U13
Nord-Ost-Deutsche Meisterschaften NOM
(28.05.2016)

Am 28. Mai 2016 fand die Nordostdeutsche Meisterschaft U13 weiblich statt. Hier treffen sich der Meister, der Vizemeister und der Drittplatzierte der Landesverbände Sachsen-Anhalt, Berlin und Brandenburg, um sich zu vergleichen.

Es ist in dieser Altersklasse der höchstmögliche Wettbewerb und die Teilnahme daran schon ein Erfolg für alle Teams.

Die SG Einheit Zepernick hatte sich als Meister dieser Altersklasse für diesen Event qualifiziert und wollte sich in jedem Fall gut präsentieren und möglichst einen Medaillenrang erreichen.

Außerdem hatten sich qualifiziert:

VC Bitterfeld-Wolfen (Landesmeister Sachsen-Anhalt)
USV Halle (Vizemeister Sachsen-Anhalt)
TSV Leuna (Dritter Sachsen-Anhalt)

SG Rotation Prenzlauer Berg (Landesmeister Berlin)
Köpenicker SC (Vizemeister Berlin)
Marzahner VC (Dritter Berlin)

VSB offensiv Eisenhüttenstadt (Vizemeister Brandenburg)
VZ Uckermark (Dritter Brandenburg)

Die Voraussetzungen für unser Team waren äußerst gut. Die sechs Spielerinnen, die den Meistertitel errangen, liegen vom spielerischen Niveau nah beieinander und können in jeder Konstellation mit anderen Teams in Brandenburg mithalten. Hinzu kommt, dass sie bereits über eine hohe Spielerfahrung verfügen und zusammen auf insgesamt 28 Jahre Wettkampferfahrung kommen. Leider änderte sich dies drei Wochen vor diesem Wettkampf abrupt: Eine Spielerin brach sich den Finger und eine Spielerin bekam aus medizinischen Gründen nur eingeschränkte Spielerlaubnis. Da auch die infrage kommende Nachrückerin erkrankten, fuhr das Team mit zwei "Verletzten" nach Berlin, und hoffte, mit den zur Verfügung stehenden Mädchen das erhoffte Ziel zu erreichen. Mit dabei waren natürlich einige Eltern und die beiden größten Fans "Zepernicki" und "Lucas Francois Locke".
 

Die Auslosung ergab folgende Gruppen:

Gruppe A: Marzahner VC, USV Halle, SG Einheit Zepernick
Gruppe B: Rotation Prenzlauer Berg, TSV Leuna, VSB Eisenhüttenstadt
Gruppe C: Köpenicker SC, VC Bitterfeld-Wolfen, VZ Uckermark

Unser erstes Spiel ging damit gleich gegen den Gastgeber. Die anfängliche Unsicherheit wurde schnell abgelegt und somit ein nicht gefährdeter 2:0 (25:13, 25:16) - Sieg erreicht. Die zwischenzeitliche Irritation um das überregional nicht vorgeschriebene Pflichtabspiel führte nur kurz zu einer Verunsicherung und sollte in den nächsten Jahren unbedingt noch einmal angesprochen werden, damit alle Mannschaften dieselben Voraussetzungen haben.

Somit hatten wir ein Spiel Pause und konnten und im Spiel Marzahner VC gegen USV Halle den nächsten Gegner einmal ansehen. Das Spiel wurde durch USV Halle mit 2:1 gewonnen.

Damit hatten wir ein Gruppenendspiel. Der Sieger zog in die Runde der besten Drei ein. Das Team zeigte in diesem Spiel, dass es im Laufe der Saison Sicherheit und Glaube in die eigene Stärke erlangt hat. Das Spiel wurde mit ruhigem Spielaufbau kontrolliert und es bot sich wie im ersten Spiel die Möglichkeit, alle einsatzfähigen Spielerinnen einzusetzen, um möglichst Kraft für die kommenden Spiele zu sparen. Die Erfahrung der letztjährigen Nordostdeutschen Meisterschaft, als im entscheidenden Spiel die Kraft fehlte, war hier der Grund für ein dosiertes Angreifen. Ein nie gefährdeter 2:0 (25:15, 25:11) - Sieg war das Ergebnis.

Die Medaille war gesichert. Jetzt ging es darum, welche Farbe sie hat. Wir sahen auf dem Nachbarfeld, wie unser Vizemeister in einem starken Endspurt den Meister aus Berlin besiegte und uns somit in die Endrunde der besten Drei begleitete. Auch unser Drittplatzierter VZ Uckermark stand kurz vor der Sensation und musste sich nur knapp dem VC Bitterfeld-Wolfen mit 1:2 geschlagen geben.

Anders als eigentlich üblich wurde die Spielreihenfolge durch den Veranstalter festgelegt. Als gute Gäste akzeptierten wir jedoch, als erstes gegen den starken VSB Eisenhüttenstadt zu spielen. Da wir diesen Gegner aus der Meisterschaft kannten, war der Respekt trotz unseres deutlichen Sieges im Landesmeisterschaftsfinale vorhanden.
Zumindest bei den Trainern! Den Spielerinnen war davon nichts anzumerken. Mit einer bärenstarken Leistung und hoher Konzentration wurde in beiden Sätzen eine frühe Führung erspielt und so konnten auch hier Kräfte für das abschließende Spiel geschont werden. Das Ergebnis war ein 2:0 (25:17, 25:14) - Sieg, der ähnlich gut herausgespielt wurde wie der Finalsieg in der Meisterschaft.

Und wieder konnten wir uns den abschließenden Gegner ansehen. Das Spiel das VC Bitterfeld-Wolfen gegen VSB Eisenhüttenstadt war kurios. In beiden Spielen führten die sehr beweglichen Mädchen des VC und sahen wie der Sieger aus. Und in beiden Sätzen kämpften sich die Mädchen des VSB in einem Endspurt heran und siegten somit 2:0 (25:22, 26:24).

 
Uns war also klar, dass ein gewonnener Satz zur Meisterschaft reicht. Davon erzählten wir den Mädchen jedoch nichts, denn diese wollten unbedingt diesen Titel gewinnen. Die Anspannung war ihnen in den vergangenen Wochen anzumerken und es bestand die Gefahr, dass sie daran schlussendlich scheitern. Trotz der Niederlage gegen den VSB hatten die VC-Mädchen immer noch die Möglichkeit, Meister zu werden und ihr Spielaufbau war dem unseren sehr ähnlich, so dass hier keine Nachlässigkeiten erlaubt waren.

Unsere Mädchen begannen konzentriert und das Spiel verlief auf Augenhöhe bis zum 10:10. Doch dann zeigte sich der unglaubliche Wille dieses Jahrgangs, das Spiel zu gewinnen. Jeder gute Angriff des Gegners wurde mit hohem Einsatz abgewehrt und mit eigenem tollem Abschluss beantwortet und das zahlte sich in dieser Situation aus. Wir zogen immer weiter davon und konnten den Satz mit 25:19 gewinnen. Nach kurzem Überlegen war klar, dass ein Durchwechseln der Spielerinnen keinen Einfluss mehr haben würde auf die Platzierung der drei ersten Teams, wir wollten hier nicht dem VSB die gute Leistung verderben.

Wir begannen also den Satz mit den bisherigen Spielerinnen und tauschten dann nach und nach aus, um allen dieses Finalspiel zu gönnen. Leider gelang nun nicht mehr alles und der Gegner konnte nach anfänglicher Führung bei 10:10 an uns vorbeiziehen. Dies lag auch daran, dass der VC noch immer kämpfte, als ginge es um alles, was uns in diesem Augenblick imponierte. Noch immer wussten unsere Mädchen nichts vom bereits feststehenden Titelgewinn. Die ungläubigen und ratlosen Blicke verrieten, dass sie Angst hatten, durch eine falsche Trainerentscheidung den Traum nicht zu erreichen. In der nun folgenden Auszeit taten wir nun etwas, das vielleicht etwas ungewöhnlich erscheint: Wir sagten es ihnen, damit sie unsere Entscheidung verstehen. Ungläubig schauten sie uns an und die Stimmung besserte sich. Allerdings verloren wir den Satz mit 20:25. Der Rest ist schnell erzählt, die Konzentration war dahin und wir verloren auch den Tiebreak mit 11:15. Aber das war nicht mehr relevant.

Etwas eigenartig war die Situation schon, besonders als die VC-Mädchen singend im Kreis tanzten und ihren Sieg feierten. Als wir es ihnen jedoch gleich taten, war anhand ihrer verunsicherten Gesichter klar, dass sich das Team der Situation und des Ergebnisses nicht bewusst war.

Die Arbeit der letzten Jahre hatte sich gelohnt. Unsere Mädchen hatten es geschafft und sind verdient Nordostdeutscher Meister!!! Nach silbernen und bronzenen Medaillen ist dies der erste Titel bei den Regionalmeisterschaften Nord-Ost für die SGEZ.



Wir, Eltern wie Trainer, sind sehr stolz auf die gezeigte Leistung.

Dieser Titel ist kein Zufall, sondern wurde mit hohem Spielverständnis, diszipliniertem Spielaufbau und klugem Abschluss erarbeitet und wird getragen von einer breiten Mannschaftsstärke, hinter der noch andere Spielerinnen in dieses Team hineinwachsen können.

Macht weiter so in der nächsten Saison, wir werden Euch dabei unterstützen!

Hilmar und Mike