U14 TURNIER IN DANZIG (18. bis 20.03.2016)

Am 18.3.2016 machten sich acht tapfere 2003/2004er zusammen mit Hilmar und Sabine auf nach Danzig um den bekanntermaßen sehr gut besetzten Platan-Cup zu rocken. Nun kann man das mit dem Rocken ja immer auf mehrere Arten verstehen, aber dazu später.


Das Turnier war mit 34 Mädchen- und 25 Jungen-Mannschaften besetzt, die fast alle in einer Schule übernachtet und in mehreren Hallen gespielt haben. Daher musste natürlich der Spielplan so angepasst werden, dass man in zwei Tagen alle Plätze ausspielen kann. Leider gehörte dazu, dass die ersten vier Spiele lediglich aus einem Satz bestanden, der dann auch nur bis 15 ging. Wer unsere Mädchen kennt, der weiß, dass genau das uns nicht entgegen kommt.

Doch zuerst wurden am Samstagmorgen alle Mannschaften begrüßt, indem sie zu „Eye of the Tiger“ nacheinander mit Schildern in die Halle einzogen, was schon sehr imposant und für die Kinder eine große Sache war.


Danach ging es in eine ca. 10 Minuten entfernte Halle, die vor Mädchen nur so wuselte, was die Sache für alle Beteiligten sehr interessant und aufregend machte. Vielleicht zu aufregend.

Denn wurden im ersten Satz doch alle Befürchtungen von Trainer und Mutter wahr, der erste Satz und somit das erste Spiel ging 5:15 weg und dabei haben wir erst bei 0:9 angefangen mitzuspielen. Obwohl wir danach nur noch ein Spiel in der Vorrunde verloren haben, reichte es nicht mehr. Vier Ballpunkte fehlten uns, um unter die ersten 14 zu kommen. So zogen wir nach dem Mittagessen in eine sehr schöne, moderne Halle um und spielten um Platz 15.

Den Gegnern nach zu urteilen, waren wir allerdings nicht die einzige Mannschaft, der dieses Schicksal zuteilwurde. Unsere Gruppe war immer noch stark besetzt. In der Zwischenrunde am Nachmittag und Morgen des Sonntages warteten dann sechs Gegner auf uns. Es wurde immer noch ein Gewinnsatz, dieses Mal auf 21 gespielt, von denen zwei Spiele verloren und der Rest gewonnen wurden - wobei auch die Verlorenen gute Spiele waren, die unseren Mädchen bei einigen gegnerischen Trainern viel Respekt einbrachte.

Als Gruppendritter ging es jetzt gegen den Gruppenvierten der parallelen Zwischenrundengruppe (ab jetzt ein Satz bis 25). Hier konnte ein knapper Sieg eingefahren werden.

So war es also das Spiel um Platz 19 und das war die einzige zwischenmenschliche und unsportliche Enttäuschung des gesamten Turniers. Beim Stand von 22 zu 22 verletzte sich eine Gegnerin und die Mannschaft hatte keine Ersatzspielerin. Die Verletzung geschah durch einen Zusammenprall zweier Gegnerinnen auf ihrer Feldseite. Rein nach Regelwerk hätten wir damit das Spiel gewonnen, doch wir wurden gefragt, ob wir gegen drei weiterspielen wollten, was Hilmar natürlich bejahte. Daraufhin reklamierte der gegnerische Trainer auf einen ausstehenden Punkt, den sie nicht hatten (und auch nicht bekamen). Dann darauf, dass sie Aufschlag hätten, der aber klar bei uns lag. Die Schiedsrichterin (es war das letzte Spiel des Tages) ließ dann die Münze entscheiden. Zwar bekamen wir noch mal den Aufschlag, aber unsere Mädchen sind einfach für so ein Hickhack und so eine Unsportlichkeit nicht gebaut. So ließen wir die letzten Punkte liegen und es wurde Platz 20. Trotzdem haben sich die unsrigen nach dem Spiel nach dem verletzten Kind erkundigt und ihr „Gute Besserung“ ausrichten lassen, was uns zwar bei der Platzierung nicht hilft, die Erwachsenen aber sehr stolz gemacht hat.

Womit wir zum anderen, wichtigen Punkt des Wochenendes kommen. Denn sportlich gesehen haben wir vielleicht nicht ganz so gerockt, wie die Mannschaft es sich vorgenommen hat, auch wenn sie in weiten Teilen sehr schönes Volleyball gezeigt und gekämpft hat. Aber wie gesagt, es gibt immer mehrere Seiten: Unsere Mannschaft war die lauteste, die mit dem meisten Herzblut. Wo wir waren, war Stimmung, die sich die Mädchen nie haben nehmen lassen. Aus Staunen, vor allem bei den polnischen Mannschaften, wurde ein Mitmachen und zwischenzeitlich hatten unsere Mädchen einen polnischen Fanblock neben sich stehen, die uns mit angefeuert haben, was natürlich auf Gegenseitigkeit beruhte. Irgendwann bekamen wir sogar mit, dass sie unsere Schlachtrufe als Anfeuerung für die eigenen Mannschaften adaptiert haben.

Doch nicht nur das, unsere Mädchen haben sich bei ihrem ersten internationalen Turnier in einem anderen Land absolut einwandfrei verhalten. Sie kamen in Kontakt mit anderen Mannschaften und verabschiedeten sich mit Umarmungen und dem Versprechen, sich irgendwann, irgendwo wieder zu sehen. An dieser Stelle ein riesiges Kompliment an Laura, die nicht nur Spielerin sondern auch Dolmetscherin war. Immer, wenn wir von polnischen Trainern angesprochen wurden, es etwas mit den Schiedsrichtern zu klären gab oder die Mannschaften untereinander ihre Fühler ausstreckten, war sie da und hat unermüdlich übersetzt. Vielen Dank dafür!


Am späten Sonntagnachmittag haben wir uns nach der doch sehr langen Siegerehrung auf den noch längeren Heimweg gemacht. Im Gepäck einen 20. Platz, der alles in allem ok geht, mindestens drei Einladungen für weitere polnische Turniere und dem Wissen, dass wir tolle Mädchen haben, mit denen es Spaß macht, auf solche Turniere zu fahren und die sich spielerisch wie menschlich sehr gut präsentieren.

Vielen Dank an die Organisatoren des Platan-Cup, die einen reibungslosen Ablauf auf die Beine gestellt haben und großartige, herzliche Gastgeber waren.

Es spielten: Edda, Elina, Kira, Laura, Nova, Renee, Ronja und Tamina.

Sabine (Organisatorin, Managerin, Betreuerin, Verpflegerin, Fahrerin, Autorin, Mama)

Vielen Dank Sabine für deinen Einsatz!!!