Ode an das TEAM U16 (01.07.2015)

Als Jugendtrainer steht man meist täglich vor neuen Herausforderungen, denn irgendwas ist immer. Wir waren alle Jung und wissen es selbst, der Drang zu erforschen und zu entdecken ist besonders stark.


In der U16 ist es bei manchen die weite Welt, bei der nächsten das Leben ohne Volleyball und bei vielen, dass andere Geschlecht und dann gibt es ja auch die vielen nervigen alten Menschen, die versuchen einem die Welt zu erklären, ob wohl man die doch schon längst kennt. Wenn dann noch alle diese Dinge zur gleichen Zeit in einer Trainingsgruppe stattfinden, die zahlenmäßig nicht zu den Stärksten zählt, dann kann dass schon zu einer interessante Saison führen. Letztendlich verblieben sieben Spielerinnen voller Ergeiz und Tatendrang, die zum Anfang der Saison leider viel zu viel mit sich selbst zu tun hatten und deshalb kam die so wichtige Teambildung nicht zu standen, es reichte nur zu Grüppchenbildung.

In den ersten Jugendrunden, war dass kein Problem. Die Spielstärke reichte aus, um auch in Grüppchen erfolgreichen zu sein. Wer Erfolg hat, hat bekanntlich Recht. Auch waren Verbesserungen im technischen und taktischen Bereich erkennbar und an der Einstellung im Training gab es nichts zu bemängeln.

Erst nach einer äußerst knappen Niederlagen und dem damit verbundenen Scheitern an der Teilnahme zur Qualifikation zur Endrunde der U18, wurde den Spielerinnen der eigentliche Zustand des Teams bewusst. Statt weiter altes Schema fortzusetzen, ließen sich die Mädels auf einander ein. Die nächsten Spiele wurden auch immer genutzt, um sich und das Team besser zu verstehen. Es war eine wahre Freude zu sehen, wie Schritt für Schritt ein echtes Team entstand, mit allen Macken, die es immer gibt.

 

Aber irgendwas ist immer.

Verletzungen und Terminüberschneidungen verhinderten zum Saisonhöhepunkt die geplante Bestbesetzung. Das Team wollte sich aber nicht schon vorher geschlagen geben und mit der Verstärkung aus der U14 wurde die Landesmeisterschaft mit dem großen Ziel NOM in Angriff genommen. Und hier sieht man was denn ein richtiges Team ausmacht. Ohne Probleme wurden die drei U14 Spielerinnen nach nur einem Training aufgenommen und zahlten es mit viel Einsatz zurück.

Hochkonzentriert und voller Leidenschaft wurden die Spiele absolviert. Selbst ein 10 Punkte Rückstand im Halbfinale gegen Cottbus wurde zum 24:24 neutralisiert. Unglücklich wurde dann allerdings 24:26 verloren und davon konnten sich die Mädels mental auch im zweiten Satz nicht erholen. Für mich war auch dieses Spiel eine außergewöhnlich Leistung und selbst zu diesem Zeitpunkt war ich überglücklich über das auftreten der Mannschaft. Etwas aufgelöst wegen der verpassten NOM ging es 10 Minuten später schon zum Spiel um Platz drei gegen die zweite Mannschaft aus Cottbus. Die Cottbusserinnen wollten unbedingt eine Medaille spielten mit viel Druck im Aufschlag gegen ein noch trauerndes Team aus Zepernick. 25:6 für Cottbus war die Folge.

Nach dem Seitenwechsel war schnell klar, dass hier noch nicht Schluss ist. Die Gesichter waren wieder voller Energie und die Sprüche und Trommel der Cottbusser am Seitenrand motivierten eher noch zusätzlich. Bezeichnend ist, dass man sich zum Satzball des zweiten Satzes, mit einem Lächeln genau neben die Trommel der Cottbusser stellt und den Satz beendet. Der Tiebreak ist von der Dramatik dann wieder nicht zu Toppen. Lange Ballwechsel und viel Spielwitz auf beiden Seiten mit dem besseren Team auf Zepernicker Seite. Allein der letzte Ballwechsel kann sich sehen lassen. Der Dritte Platz ist der Lohn !!

Bei mir als Trainer überwiegt ja mehr der Stolz über die Leidenschaft, die als Team über den ganzen Tag getragen wurden. Es wurden ohne Angst vor Emotionen immer an den Sieg geglaubt. Sensationell !! Gänsehaut !! Beim letzten Turnier auf Landesebene, dem Landespokal, konnten dann alle Körper der Spielerinnen wieder Teilnehmen. Mit viel Spielwitz und Teamauftritt war es einfach der Hit.

Mein Lächeln war wie eingefroren, aufgrund des Spaßvolleyballs der gezeigt wurde. Konzentriert, konsequent und mit ganz viel Lust auf Volleyball wurde das Turnier gespielt.

Aber Irgendwas ist immer.

Im Finale fehlte dann die nötige Frische und Konzentration (Jugendweihe und andere Veranstaltungen, vollkommen verständlich) und verhinderten den ersten Titeln in der Saison. Vielleicht auch ein zu zufriedener Trainer, der sich im Finale nur über jeden Spielzug freute.

So..Schluss !! Denkste. United World Games !!….bis jetzt das mit Abstand beste Turnier, dass ich im Jugendbereich erleben durfte.

Nach 10 Stunden Fahrt endlich da. Nächsten Tag eine Halle irgendwo in Klagenfurt schon um 8:30 Uhr Spielbeginn. Gegen den späteren Dritten waren wir dicht am Sieg. Trotzdem die Zuversicht, dass hier noch nicht Schluss ist. Dann der Sieg im zweiten Spiel, Erleichterung und der Blick bei den eigenen anderen Mannschaften, die sich mit so supergeilen Spielen präsentierten. Und dann war er da, der Hype, der Spirit, der Lauf, wie auch immer. Alle Teams feuerten sich gegenseitigen an, keiner wollte als erster Ausscheiden, unbewusst wurde Volleyball auf höchstem Niveau gezeigt.

Die United World Games in Klagenfurt waren einfach nur ein tolles Turnier, bei dem die Mädels auch mitbekamen, dass man mit dem Sport so viel mehr verbinden kann, als nur mal in der Halle spielen. Alleine die Eröffnungsfeier war ein super Highlight, mit Einlauf der Nationen und gelungenen Showprogramm zwischendurch und einem sensationellen Feuerwerk zum Ende. Was allerdings keiner vorher ahnen konnte, alle Mitreisenden wurden zu einem Team. Egal wer spielte, alle anderen standen zum anfeuern bereit. Der Lohn war, in allen Altersklassen sensationelle Spiele, mit Ballwechseln auf höchstem Niveau. Angespornt von den guten Leistungen der andren Teams, wurde in den eigenen Spielen mit einer extrem hohen Leidenschaft und erfolgreich gespielt. Ein erhoffter und mehr als verdienter Abschied aus der Hallensaison, mit einem sensationellen fünften Platz von 24 Teilnehmern und einem extrem zufriedenen Trainer, der mit Hilfe von rosa Socken, unwahrscheinlich Stolz über die Entwicklung und Ergebnisse des Teams ist.

Noch die Bilder im Kopf von den UWG finden dann eine Woche später schon die Landesmeisterschaften Beach in Potsdam statt und geplant sind drei Teams.

Aber irgendwas ist immer.

Am Vorabend der LM fällte eine Spielerin aus und die Teilnahme eines Teams ist gefährdet. Nach Tränen einer Spielerin in der Nacht, die Erlösung am nächstem Tag. Eine andere Spielerin findet sich und hilft aus. Doch wieder drei Teams gegen 6 Cottbusser und 6 Potsdamer Sportschülermannschaften. Wie in der Halle auch, spielen die Mädels auf und über Ihrem Leistungsniveau mit viel Spaß und Leidenschaft. Alle drei Teams, überraschen damit Ihre Gegner und werden unerwartet 8 und sensationell dritter. Und auch hier, kann ich meinen Stolz über die Entwicklung der Mädels nicht verbergen. Miteinander und Verständnis für den Anderen, haben sich genauso ausgeprägt, wie Technik und Taktik.

Aber Irgendwas ist ja Immer.

Denn leider endet jetzt hier der Weg dieser U16, in der aktuellen Besetzung. Jeder Trainer hat seine eigene Art mit Menschen umzugehen. Mir ist neben dem Vermitteln von Technik und Taktik auch wichtig, den Spielerinnen Lebenswerte mitzugeben. Ehrlich, Klar und Nachvollziehbar. Genau wie meinen Trainerkollegen auch.

Deshalb bin ich so froh hier zu sein und mit so unendlich viel Spaß jede Weiterentwicklung der Mädels wahrzunehmen.

Auch als Trainer, sind wir ein Team.

Micha

In der Saison spielten: Lola, Patty, Pauline, Erja, Laura, Alina, Iris
Verstärkt zur LM durch: Lotti, Maja und Anna